HIPS: Mehr als nur Support
HIPS Filament: Der unterschätzte Alleskönner im 3D-Druck
Du kennst das doch: Der Entwurf für dein nächstes 3D-Druckprojekt ist fertig – ein komplexes Meisterwerk mit Überhängen, filigranen Details und Hohlräumen, die die Schwerkraft herausfordern. Dein Herz pocht vor Vorfreude auf den „First Layer Porn“, aber im Hinterkopf nagt die Sorge vor dem „Spaghetti-Print des Grauens“, der droht, wenn der Support versagt. Genau hier kommt ein Material ins Spiel, das oft übersehen, aber von uns NozzleNerds heiß geliebt wird: HIPS Filament.
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HIPS steht für High Impact Polystyrene, und der Name ist Programm. Es ist ein thermoplastischer Kunststoff, der auf Polystyrol basiert, aber mit einer gummiartigen Komponente angereichert wurde. Das verleiht ihm eine deutlich höhere Schlagfestigkeit und Flexibilität als reines Polystyrol. Aber seine wahre Superkraft im 3D-Druck liegt nicht nur in seiner Robustheit, sondern in einer ganz besonderen Eigenschaft, die es zum perfekten Partner für Materialien wie ABS macht: Seine Löslichkeit in Limonen.
HIPS als Supportmaterial: Der Game Changer für komplexe Geometrien
Stell dir vor, du druckst ein Bauteil mit extrem komplexen Überhängen oder filigranen Strukturen, die von unten gestützt werden müssen. Mit herkömmlichen Supportmaterialien wie PLA oder PETG ist das oft ein Kampf: Der Support ist entweder zu fest und beschädigt die Oberfläche beim Entfernen, oder er ist zu schwach und bricht während des Drucks. Ganz zu schweigen von den unschönen Narben, die er hinterlässt.
Hier brilliert HIPS Supportmaterial. Wenn du einen Dual-Extruder-Drucker besitzt, ist HIPS der perfekte Partner für dein ABS-Projekt. Du druckst dein eigentliches Modell mit ABS und die Stützstrukturen mit HIPS. Nach dem Druck legst du dein Meisterwerk einfach in ein Bad mit Limonen zum Auflösen. Das HIPS löst sich langsam und rückstandslos auf, während das ABS unversehrt bleibt. Das Ergebnis? Perfekte Oberflächen, auch an den schwierigsten Stellen, ohne lästiges Abbrechen oder Schleifen. Das ist kein Zauber, das ist pure Ingenieurskunst!
Aber auch ohne Dual-Extruder gibt es Tricks: Einige experimentierfreudige Maker nutzen HIPS sogar als Trennschicht zwischen PLA-Support und dem eigentlichen Modell, um das Ablösen zu erleichtern. Die Möglichkeiten sind vielfältig, wenn man ein bisschen nerdig wird.
HIPS als eigenständiges Druckmaterial: Wenn die Stabilität ruft
Es wäre jedoch ein Fehler, HIPS Filament nur auf seine Rolle als Supportmaterial zu reduzieren. Dieses Material hat auch als Primärfilament einiges zu bieten und kann in vielen Projekten glänzen, wo Robustheit und eine gute Nachbearbeitbarkeit gefragt sind.
Dank seiner Schlagfestigkeit eignet sich HIPS hervorragend für Bauteile, die einiges aushalten müssen. Denke an Prototypen für mechanische Teile, Gehäuse für Elektronik oder sogar Spielzeug, das auch mal herunterfallen darf. Es ist leichter als ABS, bietet aber eine ähnliche Steifigkeit und Festigkeit. Und das Beste: Es lässt sich nach dem Druck hervorragend bearbeiten. Schleifen, Bohren, Kleben, Lackieren – alles kein Problem. Deine gedruckten Objekte können so ein Finish erhalten, das fast schon Spritzgussqualität erreicht.
Auch wenn HIPS oft im Schatten von ABS steht, bietet es eine interessante Alternative, besonders wenn du Wert auf eine gute Nachbearbeitbarkeit legst und die etwas geringere Temperaturbeständigkeit für dein Projekt ausreicht. Es ist ein Material für Projekte, die nicht nur schön aussehen, sondern auch funktional und langlebig sein sollen.
Die Tücken des HIPS-Drucks: Was jeder NozzleNerd wissen muss
Wie jedes Filament hat auch HIPS seine Eigenheiten, die man kennen sollte, um Frust zu vermeiden. Aber keine Sorge, mit ein paar Tipps hast du den Dreh schnell raus und kannst dich auf fantastische Ergebnisse freuen:
- Drucktemperaturen: HIPS mag es heiß, ähnlich wie ABS. Eine Extrudertemperatur zwischen 220°C und 245°C ist ideal. Das Heizbett sollte ebenfalls nicht unter 90°C liegen, besser sind 100°C bis 110°C, um Warping vorzubeugen. Ein geschlossener Bauraum ist, wie bei ABS, ein großer Vorteil.
- Haftung am Druckbett: HIPS kann anfällig für Warping sein, wenn die Haftung nicht stimmt. Ein gutes Druckbett Haftmittel oder eine PEI-Platte mit der richtigen Temperatur kann hier Wunder wirken. Experimentiere, bis dein „First Layer Porn“ perfekt sitzt und nicht nach ein paar Layern das Weite sucht.
- Feuchtigkeit ist der Feind: HIPS ist hygroskopisch, das heißt, es zieht Feuchtigkeit aus der Luft an. Feuchtes Filament führt zu schlechterer Haftung, Blasenbildung und einem schwächeren Druck. Investiere in einen Filament Trockner und lagere dein HIPS Filament in einer luftdichten Filament Lagerbox. Deine Drucke werden es dir danken!
- Geruch: Beim Drucken verströmt HIPS, ähnlich wie ABS, einen charakteristischen Geruch. Sorge für gute Belüftung oder nutze einen Luftfilter, um deine Lungen zu schonen.
- Nachbearbeitung: Wenn du HIPS als Supportmaterial verwendet hast, ist der Limonen-Bade-Prozess ein Geduldsspiel. Es dauert seine Zeit, bis sich das Material vollständig aufgelöst hat. Sei geduldig und freue dich auf das makellose Ergebnis.
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HIPS ist ein faszinierendes Material, das in der Welt des 3D-Drucks oft unterschätzt wird. Ob als zuverlässiges HIPS Supportmaterial für deine komplexesten Projekte oder als robustes Primärfilament für funktionale Teile – es bietet eine Vielseitigkeit, die es zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Filament-Sammlung jedes ernsthaften Makers macht. Also, trau dich, experimentiere und entdecke die Möglichkeiten, die dieses Material für deine nächsten Druckabenteuer bereithält. Vielleicht ist es ja das fehlende Puzzleteil, um deinen nächsten „Spaghetti-Print des Grauens“ in einen „First Layer Porn“ zu verwandeln!
Häufig gestellte Fragen
Was ist HIPS Filament und wofür wird es verwendet?
HIPS (High Impact Polystyrene) ist ein thermoplastisches Filament, das im 3D-Druck vor allem als lösliches Stützmaterial für komplexe Geometrien bekannt ist. Stell dir vor, du hast einen Superhelden-Druck mit einem Umhang, der frei in der Luft schwebt – ohne Support ein Albtraum! HIPS ist hier der Retter in der Not. Seine größte Stärke ist, dass es sich in D-Limonen auflöst, einem Zitrus-Lösungsmittel. Das bedeutet, du kannst super saubere Oberflächen erzielen, ohne mühsam Support abzubrechen und dabei vielleicht dein Meisterwerk zu beschädigen. Aber HIPS kann noch mehr! Es hat ähnliche Druckeigenschaften wie ABS, ist robust, schlagfest und lässt sich gut nachbearbeiten. Es ist also nicht nur ein Support-Material, sondern auch ein eigenständiges Filament für funktionale Teile, die eine gewisse Zähigkeit erfordern. Viele Maker nutzen es auch für Prototypen oder Gehäuse, die später lackiert werden sollen. Es ist der unsung hero im Material-Arsenal, der deine Drucke auf das nächste Level hebt!
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Warum sollte ich HIPS als Stützmaterial verwenden?
Der Hauptgrund, warum HIPS als Stützmaterial brilliert, ist seine Lösbarkeit und die Kompatibilität mit ABS. Wenn du mit einem Dual-Extruder-Drucker arbeitest, kannst du HIPS für den Support und ABS Filament für das eigentliche Modell nutzen. Nach dem Druck legst du dein Teil einfach in ein Bad aus D-Limonen, und der Support verschwindet wie von Zauberhand! Das Ergebnis sind makellose Oberflächen, selbst bei den komplexesten Überhängen und Hohlräumen, die du sonst nie sauber hinbekommen würdest. Stell dir vor, du druckst eine komplizierte Figur mit vielen filigranen Details – das manuelle Entfernen von Support wäre ein Albtraum und würde oft Spuren hinterlassen. Mit HIPS kannst du dich zurücklehnen und weißt, dass dein 3D-Druck-Meisterwerk am Ende perfekt aussieht. Es ist die Geheimwaffe für alle, die Perfektion lieben und keine Kompromisse bei der Druckqualität eingehen wollen.
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Mit welchen Filamenten ist HIPS kompatibel und warum ist das wichtig?
HIPS ist primär mit ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol) kompatibel. Das liegt daran, dass beide Materialien ähnliche Drucktemperaturen und Schrumpfverhalten aufweisen, was entscheidend für einen erfolgreichen Dual-Extrusions-Druck ist. Wenn du Materialien mit stark unterschiedlichen thermischen Eigenschaften kombinierst, riskierst du Warping, Layer-Delamination oder sogar, dass sich der Support während des Drucks vom Modell löst – ein echter Albtraum! Die Kompatibilität mit ABS bedeutet, dass du diese beiden Filamente nahtlos zusammen in einem Druck verwenden kannst, ohne dass Spannungen zwischen den Materialien entstehen, die zu Fehlern führen könnten. Während HIPS technisch auch mit anderen Materialien wie PETG Filament oder sogar PLA Filament gedruckt werden kann, ist die Auflösung in D-Limonen dann oft nicht mehr praktikabel oder würde das Hauptobjekt angreifen. Daher ist die ABS-HIPS-Kombination der Goldstandard für löslichen Support. Für flexible Filamente wie TPU oder andere Spezialmaterialien gibt es oft spezifischere Support-Lösungen.
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Wie löse ich HIPS-Support nach dem Druck auf?
Das Auflösen von HIPS ist ein Kinderspiel und einer der größten Vorteile dieses Materials! Du benötigst dafür D-Limonen, ein natürliches Lösungsmittel, das aus Zitrusschalen gewonnen wird und einen angenehmen, zitronigen Geruch hat (aber trotzdem bitte mit Vorsicht und guter Belüftung verwenden!). Nach dem Druck legst du dein Modell, inklusive des HIPS-Supports, einfach in ein Gefäß mit D-Limonen. Die Dauer der Auflösung hängt von der Menge des Supports und der Größe des Objekts ab, kann aber von einigen Stunden bis zu einem Tag oder länger variieren. Du wirst sehen, wie der Support langsam weich wird und sich auflöst, bis nur noch dein perfekter 3D-Druck übrig bleibt. Achte darauf, das D-Limonen in einem gut belüfteten Bereich zu verwenden und persönliche Schutzausrüstung wie Handschuhe zu tragen. Nach dem Auflösen spülst du dein Modell einfach mit Wasser ab, um eventuelle Rückstände zu entfernen, und voilà – dein makelloses Meisterwerk ist bereit!
Welche Druckeinstellungen sind für HIPS typisch?
HIPS druckt sich ähnlich wie ABS, daher sind die Einstellungen oft vergleichbar. Für die Düse solltest du dich im Bereich von 220°C bis 245°C bewegen. Eine beheizte Druckplatte ist absolut unerlässlich, um Warping zu vermeiden – hier sind Temperaturen von 90°C bis 110°C ideal. Ein geschlossener Bauraum ist ebenfalls von Vorteil, um Temperaturschwankungen zu minimieren und die Haftung zu verbessern. Bei der Druckbetthaftung kannst du mit Kapton-Band, ABS-Slurry oder speziellen Haftmitteln experimentieren. Die Druckgeschwindigkeit ist meist etwas langsamer als bei PLA, um die Layer-Haftung zu optimieren und Details sauber zu drucken. Auch die Retraction-Einstellungen sind wichtig, um Stringing zu vermeiden. Es ist wie bei jedem neuen Filament: Ein paar Kalibrierungsdrucke sind dein bester Freund, um die Sweet Spots für deinen spezifischen Drucker und dein HIPS-Filament zu finden. Dann steht dem perfekten Support nichts mehr im Wege!
Welche Vor- und Nachteile bietet HIPS Filament?
HIPS ist ein zweischneidiges Schwert, aber die Vorteile überwiegen für viele Maker definitiv!
- Vorteile:
- Lösbarkeit: Der größte Pluspunkt! Extrem saubere Oberflächen durch Auflösen in D-Limonen.
- Kompatibilität mit ABS: Ideal für Dual-Extrusion mit ABS, da ähnliche Druckeigenschaften.
- Robustheit: Kann auch als eigenständiges Material verwendet werden, da es schlagfest und zäh ist.
- Nachbearbeitung: Lässt sich gut schleifen, bohren und lackieren.
- Nachteile:
- D-Limonen-Handhabung: Benötigt spezielle Handhabung, Belüftung und Entsorgung.
- Geruch: Obwohl D-Limonen zitronig riecht, sind die Dämpfe beim Auflösen nicht zu unterschätzen.
- Kosten: HIPS und D-Limonen können teurer sein als andere Support-Methoden.
- Druckbedingungen: Benötigt ähnliche Bedingungen wie ABS (beheiztes Bett, idealerweise geschlossener Bauraum), was für Einsteiger eine Hürde sein kann.
Trotz der Nachteile ist HIPS für alle, die komplexe ABS-Drucke ohne Kompromisse bei der Qualität erstellen möchten, ein unverzichtbares Werkzeug. Es ist die Investition in Zeit und Material oft wert, wenn das Ergebnis ein makelloses 3D-Druck-Projekt ist.
Kann ich HIPS auch als primäres Druckmaterial verwenden?
Absolut! Obwohl HIPS hauptsächlich als Support-Material bekannt ist, ist es ein völlig unterschätztes eigenständiges Filament. Es ist im Grunde ein Polystyrol mit einer Gummimodifikation, was ihm eine erhöhte Schlagfestigkeit verleiht – daher der Name "High Impact Polystyrene". Das macht es zu einem großartigen Material für funktionale Prototypen, Gehäuse, Spielzeug oder andere Teile, die eine gewisse Zähigkeit und Robustheit erfordern. Die Druckeigenschaften sind, wie schon erwähnt, ähnlich wie bei ABS, was bedeutet, dass du mit einem beheizten Druckbett und idealerweise einem geschlossenen Bauraum die besten Ergebnisse erzielst. HIPS lässt sich auch hervorragend nachbearbeiten: Du kannst es schleifen, bohren, kleben und lackieren, was es extrem vielseitig macht. Wenn du also ein Material suchst, das über die Fähigkeiten von PLA Filament hinausgeht, aber vielleicht etwas einfacher zu handhaben ist als reines ABS, dann ist HIPS definitiv einen Blick wert. Es ist ein echtes Arbeitstier, das mehr Aufmerksamkeit verdient!
HIPS vs. andere lösliche Support-Filamente – Was sind die Unterschiede?
Neben HIPS gibt es noch andere lösliche Support-Filamente, allen voran PVA (Polyvinylalkohol). Der Hauptunterschied liegt in der Löslichkeit und der Kompatibilität.
- PVA: Löst sich in Wasser auf, was die Handhabung extrem einfach und umweltfreundlich macht. Es ist ideal für PLA Filament und PETG Filament, da es ähnliche Drucktemperaturen hat. Allerdings ist PVA hygroskopisch, das heißt, es zieht Feuchtigkeit aus der Luft an und muss extrem trocken gelagert werden, sonst wird es spröde und unbrauchbar. Außerdem ist es oft teurer als HIPS.
- HIPS: Löst sich in D-Limonen auf. Wie wir wissen, ist es die perfekte Wahl für ABS-Drucke, da es ähnliche thermische Eigenschaften aufweist und somit Spannungen und Warping minimiert. Es ist nicht so feuchtigkeitsempfindlich wie PVA, aber die Handhabung des Lösungsmittels erfordert mehr Vorsicht.
Die Wahl zwischen HIPS und PVA hängt also stark davon ab, welches primäre Filament du verwendest. Für PLA und PETG ist PVA oft die bequemere Wahl, während HIPS der unangefochtene Champion für deine ABS-Projekte ist, bei denen du makellose Oberflächen benötigst. Es gibt auch breakaway support materials, die nicht löslich sind, sondern einfach abgebrochen werden – aber die hinterlassen selten so saubere Oberflächen wie die löslichen Varianten.